Genügend Lehrpersonen zum Schulstart
Am kommenden Montag, 17. August 2026 beginnt für etwas mehr als 162'000 Schülerinnen und Schüler im Kanton Zürich das neue Schuljahr. Die personelle Situation an den Volksschulen präsentiert sich dabei deutlich entspannter als in den vergangenen Jahren. Wie die Bildungsdirektion des Kantons Zürich schreibt, konnte für 8210 der insgesamt 8222 Klassen eine Klassenlehrperson gefunden werden. Damit sind kurz vor Schulbeginn lediglich zwölf entsprechende Stellen noch offen.
Über alle Funktionen hinweg sind per 10. August bei rund 20'000 Anstellungen kantonsweit noch 63 Stellen unbesetzt. Das entspricht einem Anteil von 0,3 Prozent. Vergleichsweise angespannt bleibt die Situation in der Schulischen Heilpädagogik: Dort sind noch 20 Stellen offen.
Auf verschiedene Massnahmen zurückgreifen
Für die Besetzung der verbleibenden offenen Stellen stehen den Gemeinden verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Wie die Bildungsdirektion ausführt, können beispielsweise Vikariate eingerichtet, die Klassenbildung angepasst oder die Beschäftigungsgrade bereits angestellter Lehrpersonen erhöht werden.
Die deutlich verbesserte Stellensituation bedeutet zugleich, dass für das Schuljahr 2026/27 kein Lehrpersonenmangel mehr deklariert werden musste. In den vergangenen Jahren war es den Gemeinden aufgrund des Mangels unter bestimmten Voraussetzungen möglich gewesen, für offene Stellen auch Personen ohne Lehrdiplom einzusetzen.
Schülerzahlen stagnieren
Neben verschiedenen Massnahmen zur Verbesserung der Personalsituation trägt auch die Entwicklung der Schülerzahlen zur Entspannung bei. Gemäss Prognose werden im neuen Schuljahr etwas mehr als 162'000 Kinder und Jugendliche eine öffentliche Regelschule im Kanton Zürich besuchen. Dazu gehören Kindergarten, Primar- und Sekundarschule.
Damit nimmt die Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler erstmals seit dem Schuljahr 2008/09 nicht weiter zu. Innerhalb der Schulstufen verläuft die Entwicklung allerdings unterschiedlich. Die geburtenstarken Jahrgänge erreichen zunehmend die Sekundarschule, weshalb dort gemäss Prognose noch bis zum Schuljahr 2030/31 mit steigenden Schülerzahlen gerechnet wird.
Mehr und flexiblere Wege in den Lehrberuf
Zur verbesserten Personalsituation haben laut Bildungsdirektion auch Massnahmen in der Ausbildung beigetragen. Die Pädagogische Hochschule Zürich bietet mittlerweile unter anderem Teilzeit- und berufsintegrierte Studiengänge sowie das Aufnahmeverfahren «sur dossier» an. Studierende können zudem bereits während ihrer Ausbildung an Schulen unterrichten. Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger werden beim Einstieg in den Schulalltag unterstützt.
Steigende Studierendenzahlen wertet die Bildungsdirektion als Zeichen dafür, dass der Lehrberuf weiterhin auf Interesse stösst. Gleichzeitig bleibt die Besetzung von Stellen in der Schulischen Heilpädagogik anspruchsvoll. Zwar wurde die Zahl der Ausbildungsplätze für den Kanton Zürich an der Hochschule für Heilpädagogik laufend erhöht, dennoch bestehen in diesem Bereich weiterhin personelle Engpässe.